# Savills veröffentlicht Ausblick auf den Immobilienmarkt Deutschland 2017


01.12.2016 Frankfurt am Main, Quelle: konii/Savills Immobilien Beratungs-GmbH

Für Investoren wie Nutzer wird die Immobiliensuche 2017 noch anspruchsvoller. Weil die Anfangsrenditen höchstens noch geringfügig nachgeben werden, suchen die Investoren nach Mietwachstumspotenzial. Fündig werden sie in immer mehr Bürolagen sowie bei innerstädtischen Logistikflächen, im Einzelhandel dagegen nicht mehr.

Die Experten des international tätigen Immobiliendienstleistungs-Unternehmens Savills gehen im Rahmen eines umfassenden Ausblicks auf einzelne Assetklassen sowie das derzeitige Niedrigzinsumfeld ein. Wird es die lang erwartete Zinswende geben und somit die Niedrig- bis Nullzinspolitik enden? Matthias Pink, Head of Research des Unternehmens, sagt hierzu: „Während in den USA eine langsame Zinswende anstehen könnte, fehlt es dafür in der Eurozone an den Voraussetzungen. Das Wirtschaftswachstum bleibt verhältnismäßig schwach und die Inflation niedrig. Insofern ist im nächsten Jahr weder mit Leitzinserhöhungen der EZB noch mit nennenswerten Anstiegen der Renditen langfristiger Anleihen zu rechnen. Bleibt die Nachfrage nach Immobilien in Deutschland hoch, und davon gehen wir aus, könnten die Anfangsrenditen in einigen Segmenten nochmals leicht fallen.“

In Angesicht dieser Ausgangslage werden alternative Anlagemöglichkeiten Matthias Pink zufolge immer attraktiver: „Alternative Assetklassen wie Logistik, Pflege und Studentenwohnheime werden im nächsten Jahr für institutionelle Investoren eine immer größere Rolle in ihrem Portfolio spielen. Alle drei Segmente werden sich dabei weiter auffächern. So wird beispielsweise die adäquate Bedienung der letzten Meile mit sich bringen, dass Logistikflächen immer stärker in die Innenstädte vordringen. Da die bislang existierenden Logistikimmobilientypen dafür nicht geeignet sind, werden neue Formate entstehen.“

Unsere Thesen in Kürze:

These 1: Der Flächenumsatz an den Büromärkten geht knappheitsbedingt zurück. Unternehmen müssen vermehrt auf periphere Lagen und das Umland ausweichen. Das Mietwachstum setzt sich folglich fort.

These 2: Im Einzelhandel sind zunehmend kleinere Flächen gefragt, der Verkaufsflächenbedarf sinkt. Die Zahl der von Mietrückgängen und Leerständen betroffenen Standorte steigt, mit Mietwachstum ist höchstens noch in einigen wenigen 1a-Lagen zu rechnen.

These 3: Die Logistikflächenexpansion setzt sich fort und dringt dabei immer stärker in die Städte vor, weil die so genannte ‚Letzte Meile‘ zum entscheidenden Faktor wird. In den Städten werden die Mieten deshalb steigen, außerhalb dieser bleiben ca. 6,50 EUR/m² die Obergrenze.

These 4: Obwohl die Gesamterträge am Gewerbeinvestmentmarkt sinken, bleibt die Nachfrage mindestens auf dem Niveau des Vorjahres. Die Renditen sinken deshalb nochmals leicht, B-Standorte und Nischensegmente rücken noch stärker in den Fokus.

These 5: Am Wohnungsmarkt zieht die Bauaktivität deutlich an und schafft Investitionsgelegenheiten. Im Bestand bleibt das Angebot extrem knapp. Die Anfangsrenditen sinken dennoch nicht – auch weil eine strengere Regulierung absehbar ist.

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