Münchner Mietspiegel: Meilenweit von Marktbedingungen entfernt


München, 02. Mai 2016, Autor: Ulrich Riediger

Die Jahreshauptversammlung des Münchner Haus- und Grundbesitzervereins brachte es an den Tag. Gefragt, ob denn der Münchner Mietspiegel stimme, äußerte sich Dr. Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung an der Universität Regensburg, in einem Vortrag zurückhaltend, kritisierte aber die Vorgehensweise bei der Erhebung der Daten. Seine Feststellung: Die erfassten Objekte im Mietspiegel bildeten den Mietwohnungsmarkt nicht repräsentativ ab.

Dazu Thomas Aigner, Geschäftsführer des Münchner Maklerunternehmens Aigner Immobilien GmbH, das mit über 100 Mitarbeitern an sieben Standorten zu den erfolgreichsten im Großraum München zählt: „Unsere Research-Abteilung erfasst schon seit Jahren die aktuellen Angebotspreise nach Stadtteillagen und Umlandgemeinden, sowohl im Verkaufs- wie im Vermietungsbereich. Das niedrige Mietpreisniveau des Münchner Mietspiegels hat mit der Realität wenig zu tun, aber massive Auswirkung auf den zukünftigen Mietwohnungsbau in der Stadt.“

Hinzu kämen jetzt noch staatliche Regulierungen wie die Mietpreisbremse, die sich auf den Mietspiegel beziehen und sich eher kontraproduktiv auswirken. „Das Gesetz bevorzugt die Gutverdiener – denn sie sind bei Vermietern sowieso die erste Wahl – die Dank der Mietpreisbremse jetzt in die „preisgebremsten“ Wohnungen ziehen, obwohl sie sich teurere leisten könnten. Die weniger Verdienenden ziehen bei der Mietpreisbremse den Kürzeren. Das Gesetz geht also nach hinten los“, so Thomas Aigner und verweist auf seine Plattform mietwohnungsbörse.de.

„Wer sich dort als Vermieter oder Mieter registriert, bekommt sehr schnell ein Gefühl für die reale Welt: Wohnungen zum angemessenen Marktpreis treffen auf Mietinteressenten, die sich diese Wohnungen auch leisten können. Der Münchner Mietspiegel sei von Marktbedingungen meilenweit entfernt und spiegelt einkommensschwachen Mietern eine soziale Realität vor, die es nicht gibt. Die staatlichen Eingriffe und die städtischen Versäumnisse der Vergangenheit, besonders im Sozialen Wohnungsbau, führen dazu, dass so gut wie keine bezahlbaren Mietwohnungen mehr privat gebaut werden können und die vorhandenen aufgrund der Knappheit immer teurer werden.“ (ur)

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